Blutegeltherapie

 

 

 

 

 

 

Der Blutegel ist schon sehr lange für seine heilende Wirkung bekannt. Die ersten Aufzeichnungen bezüglich des Einsatzes von Blutegeln in der Medizin stammen aus dem Zeitraum um 1500 vor Christi. Bereits die alten Babylonier erwähnten den medizinischen Einsatz von Blutegeln.

 

Tiere wissen instinktiv um die positive Wirkung der kleinen Helfer.
Es gibt eine Vielzahl übereinstimmender Berichte aus unterschiedlichsten Ländern, dass kranke Tiere (z.B. mit schmerzhaften Gelenkproblemen) offensichtlich gezielt Blutegel-Gewässer aufsuchen, um sich dort geduldig beißen zu lassen.

 

Je nach Krankheitsbild werden beim Pferd zwischen 2 und 8 medizinische Blutegel (Hirudo medicinalis) an entsprechender Stelle angesetzt.
Der Biss der Blutegel ist in etwa zu vergleichen mit einem Mückenstich. Die Pferde lassen die Behandlung im Normalfall sehr entspannt über sich ergehen – ganz nach dem Motto „Ich geb dir Blut – du heilst mich!“.

 

Um die Blutgerinnung während des Saugens zu hemmen, gibt der Egel mit seinem Speichel immer wieder bestimmte Substanzen in Blut und Gewebe ab.
Diese Substanzen sind es, die die Blutegeltherapie so wirksam machen.
Unter anderem enthält der Speichel:

 

  • Hirudin
    (hemmt die Blutgerinnung)
  • Histamin
    ("Antiallergikum"; Gefässerweiternd)
  • Calin
    (hemmt Blutgerinnung; Bewirkt die Nachblutung, wobei die Wunde gereinigt wird)
  • Hyaluronidase
    (bereitet den Weg für die Wirksubstanzen vor; Ihm wird eine antibiotische Wirkung nachgesagt)
  • Egline, Bdellin, Apyrase, Kollagenase
    (wirken bei Gerinnungshemmung mit; Entzündungshemmend)
  • Destabilase
    (löst Blutgerinnsel auf)

 

Blutegel können helfen bei:

 

  • Akuter Hufrehe
  • Fesselträgerentzündung
  • Arthrose
  • Spat
  • Schultergelenkserkrankungen
  • Hufrollenerkrankung
  • Abszesse
  • Sehnenscheidenentzündung und allgem. Sehnenprobleme
  • Muskelkrämpfe
  • Akuter Satteldruck
  • Wirbelsäulenerkrankungen
  • Gelenkgallen

Blutegel dürfen nicht angewendet werden bei:

  • Blutgerinnungsstörungen
  • Blutarmut
  • allergischen Reaktionen

Bitte beachten Sie bei der Terminvereinbarung, dass eine Blutegel-Behandlung beim Pferd bis zu 3 Stunden dauern kann, da gewartet werden muss, bis der Egel „satt“ ist und sich von selbst fallen lässt.
Meist kann dem Patienten aber schon durch eine einmalige Behandlung geholfen werden und dieser Zustand hält oft bis zu drei Monate an.